28. April 2010

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Petershausen ohne Bauern?

6. Kommunalforum am 25. April

Trägt der Verbraucher die alleinige Schuld daran, dass so viele Bauern dem Druck zur Produktion von billigen Lebensmitteln nicht mehr standhalten können und deshalb ihren Betrieb aufgeben? Diese Frage stand im Mittelpunkt der von Gabriel Fehrenbach geleiteten Diskussion beim sechsten Kommunalforum der Petershausener SPD.

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Für Arthur Stein, Biolandwirt aus Röhrmoos und Vorstand der Landesvereinigung Ökologischer Landbau in Bayern (LVÖ), war die Antwort eindeutig. Lebensmittel sind für viele Verbraucher kein Statussymbol wie etwa das Auto oder der Urlaub und deshalb wird dort am Meisten gespart. Durch die Nachfrage nach billigen Lebensmitteln wird der Landwirt gezwungen den Betrieb  mehr und mehr zu mechanisieren und zu rationalisieren. Dazu benötigt er  größere Ackerflächen, um rentabel produzieren zu können.

Bei Albert Trinkl, Milchbauer aus Glonnbercha, stehen 70 Kühe im Stall. Er siehtt im Zuge der Globalisierung keine andere Möglichkeit als sich zu spezialisieren. Das von vielen Menschen noch aus der Zeit vor 30 Jahren geprägte Bild des Landwirts, der nebenher noch Schweine und Kleinvieh hält, entspricht seiner Meinung nach nicht mehr der Realität.

Hermann Kiermeir, der den vom Vater geerbten Hof nur noch hobbymäßig betreibt, bestätigte, dass von den 30 Bauern, die vor einigen Jahrzehnten in Kollbach ihren landwitschaftlichen Betrieb im Vollerwerb geführt haben, nur noch einer übrig geblieben ist. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft  und die guten Erwerbsmöglichkeiten in München und Umgebung ist es für viele Landwirte attraktiver den Betrieb aufzugeben oder im Nebenerwerb zu führen. Gute Pachtpreise im Münchner Umland erleichtern zudem diese Entscheidung.

Christa Trzcinski verwendet mit ihrer Partnerin in ihrer Catering-Firma möglichst viele regionale Produkte, die biologisch erzeugt werden. Für sie ist dies die Möglichkeit, den nachteiligen Folgen der Globalisiereung in der Landwirrtschaft entgegenzutreten. Dafür muss der Verbraucher allerdings bereit sein, mehr zu zahlen. Dass dies funktioniert, zeigt zum Beispiel der Verkauf der Milch aus der Erzeugergemeinschaft “Unser Land”

Müssten also die Landwirte auch etwas dazu beitragen, damit dem Verbraucher die Qualität heimischer Produkte bewusster wird?

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 27. April.

Zwei Tage vor dem Kommunalforum hatte die SPD dazu eingeladen, den Bauernhof der Familie Geisenhofer in Petershausen zu besichtigen.  Die informative Führung durch das Ehepaar Geisenhofer brachte den Besuchern den täglichen Arbeitsablauf und die Probleme der Landwirtschaft sehr anschaulich näher. Die frische Kuhmilch zum Abschluss rundete den Besuch ab.

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Ein herzliches Dankeschön an die Familie Geisenhofer!

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